Zukunft der Mobilität in Dortmund Teil 1 — ÖPNV, Autoverkehr, Dortmunder Flughafen

Der Verkehr ist die wich­tigste Stell­schraube für den Klima­schutz in der Kommu­nal­po­litik. In diesem Bereich ist in den vergan­genen Jahren zu wenig passiert, sodass der CO2-Ausstoß sogar gestiegen ist.

Aus Dort­munder Perspek­tive haben wir folgende Fragen an die Kommu­nal­po­litik gestellt:

Wahlprüfstein-Fragen zum Thema Mobilität 1:

  • Wie soll aus Ihrer Sicht die Mobi­lität im Jahr 2030 in Dort­mund aussehen? Welche Ideen zur Verkehrs­ver­mei­dung werden Sie umsetzen, z.B. kompakte Siedlungsstrukturen?
  • Welche prozen­tualen Anteile der verschie­denen Verkehrs­mittel streben Sie für das Jahr 2030 in Dort­mund an? Mit welchen Maßnahmen werden Sie Ihr Ziel erreichen?
  • Mit welchen Maßnahmen werden Sie den Still­stand beim Ausbau des Stadt­bahn­netzes beheben und die Attrak­ti­vität von Bus & Bahn steigern?
  • Möchten Sie finan­zi­elle Mittel für Bus & Bahn eher für Ange­bots­ver­bes­se­rungen einsetzen oder für eine Preis­sen­kung (über die VRR-Verbandsversammlung)?
  • Fuß- und Radver­kehr benö­tigen mehr Platz. Wie stehen Sie zu einem Rückbau der Flächen des ruhenden und flie­ßenden Kfz-Verkehrs in Dortmund?
  • Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der Dort­munder Flug­hafen auf dem Weg zu einem klima­neu­tralen Dort­mund? Wie stehen Sie zu Subven­tionen für Billig­flieger, zur Verlän­ge­rung der Start- und Lande­bahnen und zu einer lang­fris­tigen Schlie­ßung des Flughafens?

Die bis zum 29.05. einge­gan­genen Antworten der Parteien finden Sie hier oder als pdf zum Down­load. Ange­schrieben wurden alle demo­kra­ti­schen Parteien, die als Frak­tion oder Frak­ti­ons­ge­mein­schaft im Rat vertreten sind. Auf Nach­frage wurden zwei weitere Parteien aufge­nommen. Die momentan im Rat vertre­tenen Parteien sind gemäß der aktu­ellen Sitz­ver­tei­lung sortiert. Weitere Parteien sind in einer sepa­raten Tabelle aufge­führt und alpha­be­tisch sortiert. Als Zeichen­limit für die Antworten wurden 400 Zeichen gesetzt. Es wurde die Option ange­boten, ausführ­li­chere Antworten zu verlinken. Wahl­prüf­stein-Antworten sind unter […] verlinkt; weiter­füh­rende allge­meine Links, die genannt wurden, finden sich unter der letzten Antwort-Tabelle.

Nicht alle Parteien haben ihre Wahl­pro­gramme schon fina­li­siert — das bietet die Chance, jetzt auf die Parteien zuzu­gehen und Klima­schutz als Wahl­kampf­thema zu platzieren.

Wahlprüfstein-Antworten zum Thema Mobilität 1:

1) Wie soll aus Ihrer Sicht die Mobilität im Jahr 2030 in Dortmund aussehen? Welche Ideen zur Verkehrsvermeidung werden Sie umsetzen, z.B. kompakte Siedlungsstrukturen?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Wir haben 2030 einen starken ÖPNV, dessen Netz und Taktung wir
ausge­baut haben, von der H‑Bahn bis zur Stadt­bahn. Danach haben wir
ein 365€-Ticket einge­führt. Beim Radver­kehr haben wir ein sicheres und
geschlos­senes Grund­netz, bis weit in die Stadt­teile Schritt für Schritt
weiter ausge­rollt. Neue Quar­tiere wie Spei­cher­straße und
HSP sind auto­frei geplant samt einem guten P&R‑Netz.
Die Mobi­lität im Jahr 2030 wird aus einem Mix von Fußgänger‑, Rad‑, Auto- und öffent­li­chem Nahver­kehr bestehen. Jeder Bürger wird die Mobi­li­täts­form nutzen können, die seinen Mobi­li­täts­be­dürf­nissen am besten entspricht. Mobi­li­täts­aspekte sind ein poli­ti­sches Quer­schnitts­thema. Bspw. werden mobiles Arbeiten (z.B. im Home Office) oder […] Wir wollen Mobi­lität, die sauber, sicher, energie‑, ressourcen- und platz­spa­rend ist. Den Verkehr vom Auto auf Fahr­räder, Busse und Bahnen verla­gern, heißt auch mehr Platz für die Menschen zu schaffen.
Maßnahmen sind z.B.: Auto­freie Quar­tiere, Ausbau der Mobi­li­täts­sta­tionen, Erhö­hung der Park­ge­bühren (auch zur ÖPNV-Finan­zie­rung), neue Konzepte für verrin­gerten und emis­si­ons­armen Lieferverkehr.
Erstre­bens­wert ist es, neue Wohn­bau­ge­biete im Zusam­men­hang mit einer zu erwei­ternden Infra­struktur in einem Prozess zu planen. Anzu­streben ist eine Quar­tier­struktur, die Nahver­sor­gung und Frei­zeit­ak­ti­vi­täten vor Ort mit plant und so weite Wege über­flüssig macht. An wich­tigen Halte­stellen sind sichere Abstell­mög­lich­keiten für Fahr­räder vorzu­sehen – für einen komfor­ta­blen Umstieg auf den ÖPNV. Antwort liegt nicht vor. Die Digi­ta­li­sie­rung bietet die Möglich­keit, vermehrt von zuhause zu arbeiten. Wir fordern daher den Breit­band­ausbau und Cowor­king Spaces auch in den Stadt­teilen. Dort soll auch keine wich­tige Infra­struktur ab‑, sondern eher aufge­baut werden, etwa die schu­li­sche und medi­zi­ni­sche Versor­gung sowie die mit Lebensmitteln. Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Kosten­loser ÖPNV ist eine unserer Forde­rungen. Dazu auto­freie Viertel und Umbau von Dort­mund zur Fahr­rad­stadt nach dem Vorbild von Kopen­hagen. Park+Ride an den Zufahrts­straßen gepaart mit kosten­freiem ÖPNV und kosten­freien Fahrrädern.
Dadurch wird Dort­mund als Einkaufs­stadt weniger attraktiv, was ein Vorteil ist, denn es stärkt die lokalen Einkaufs­mög­lich­keiten im Umland.

DOS: Ausbau von Share-System (z.B. Kombi-Ticket ÖPNV) & Auto­ver­leih; Fahr‑, Lasten- oder Elek­trorad. Auto­freie Sied­lungs­struk­turen mit Anwoh­ner­park­raum in Tief­ga­ragen mit Car-Sharing; Dezen­trale fuss­läu­fige Verkaufs­flä­chen mit Stadtrandlager/Umschlagsplätze & fossilfreier Anlie­fe­rung; Ausbau &Takterhöhung H- und Stadt-Bahn; Umweltspuren.

FBI: Die Mobi­li­täts­wende findet im Kopf statt. 2030 sollte sich daher durch­ge­setzt haben, dass nicht der schnelle Weg, sondern der schö­nere Weg zum Ziel führt, und das Fahrrad / E‑Bike das Verkehrs­mittel der Wahl ist. Kompakte Sied­lungs­struk­turen mit e Innen­raum­ver­dich­tung und die Zerstö­rung inner­ört­li­cher Grün­flä­chen sind lang­fristig klima­tisch schäd­lich für die Gesund­heit und daher nicht lösungsorientiert.

Tier­schutz­partei: Antwort liegt nicht vor.

 

2) Welche prozentualen Anteile der verschiedenen Verkehrsmittel streben Sie für das Jahr 2030 in Dortmund an? Mit welchen Maßnahmen werden Sie Ihr Ziel erreichen?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Der Modal Split hat sich deut­lich zugunsten des Umweltverbundes
(67%) verschoben, der ÖPNV-Anteil liegt nun bei 25%, der Anteil der
Fahr­rad­fahrten bei 18% und die der Fußwege bei 24%
Die prozen­tualen Anteile der Verkehrs­mittel werden sich entspre­chend der Nach­frage der Nutzer verän­dert haben. So wird insb. in den inner­städ­ti­schen Bezirken und durch die Reali­sie­rung des RS 1 und eines durch­gän­gigen auf Neben­straßen geführten Radwe­ge­netzes der prozen­tuale Anteil des Radver­kehrs zunehmen. […] Wir wollen eine Stei­ge­rung des Radver­kehrs auf mind. 30% und mehr Anreize zum Umstieg auf den ÖPNV.
Maßnahmen sind z.B. mehr Fahr­rad­straßen, die grüne Welle fürs Rad statt fürs Auto, eine sichere Infra­struktur, Umset­zung des RS1, sichere Abstell­mög­lich­keiten, Tempo 30 in der gesamten Stadt, freie Nutzung des ÖPNV für Schüler*innen und Azubis sowie eine Mobilitäts-Flatrate.
Wir möchten den Modal Split in Rich­tung einer deut­li­chen Verschie­bung zugunsten von ÖPNV, Rad- und Fußver­kehr verän­dern – je mehr desto besser. Bei jedem einschlä­gigen Planungs­schritt müssen alle in diese Rich­tung weisenden Hand­lungs­spiel­räume genutzt werden. Es müssen mehr Flächen für Fuß- und Radver­kehr bereit­ge­stellt werden. Antwort liegt nicht vor. Wir wollen, dass der moto­ri­sierte Indi­vi­du­al­ver­kehr, der Radver­kehr, der Fußver­kehr und der öffent­li­chen Perso­nen­nah­ver­kehr jeweils ein Viertel der Verkehre in Dort­mund ausma­chen. Dafür muss insbe­son­dere der Rad- und Fußver­kehr attrak­tiver gestaltet werden, indem Straßen und Park­raum zu Gunsten von Radfah­rern und Fußgän­gern umge­baut und freund­lich gestaltet wird und Straßen entschleu­nigt werden. Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Prozente sind schwer vorher­sagbar. Unser Ziel ist die konse­quente Förde­rung von Fuß, Rad und ÖPNV.
Vorrang für Fuß, Rad und ÖPNV bei Ampel­schal­tungen, Sanie­rung und Neubau. Der ÖPNV soll schritt­weise besser und güns­tiger werden, Ziel ist gratis ÖPNV (siehe 3).
Indi­vi­du­al­ver­kehr nicht verbieten, sondern die Alter­na­tiven so attraktiv wie möglich machen und Autos weniger Raum geben.

DOS: Privat: 30% Fußweg, 30% Fahrrad, 30% ÖPNV, 10% PKW Umbau Logis­ti­scher Verkehre (Umschlag­plätze), Reduk­tion fossiler Anlie­fe­rung. Die Attrak­ti­vität der Maßnahmen unter Punkt 1 stei­gern durch Kombi-Tickets, die auch eine Ermä­ßi­gung anderer städ­ti­scher Ange­bote ermög­li­chen. ÖPNV muss güns­tiger sein als das Auto — auch für Fami­lien! Inner­städ­ti­scher Park­raum muss entspre­chend bepreist werden.

FBI: Prognosen für den Modal Split waren in der Vergan­gen­heit nicht ziel­füh­rend. In den Mobi­li­täts-Leit­li­nien der FBI soll das Auto 2030 inner­städ­tisch fast ausschließ­lich nur noch zum Waren­trans­port oder von Fami­lien genutzt werden. Das Fahrrad / E‑Bike sowie Bus & Bahn müssen in Dort­mund zu den Verkehrs­mittel der Wahl werden.

Tier­schutz­partei: Wir möchten mit unserer Politik einen Mobi­li­tätsmix fördern, bei dem der Indi­vi­du­al­ver­kehr nur ein Baustein ist. Ein weiterer wich­tiger Baustein, neben Carsha­ring-Ange­boten, Leih­fahr­rä­dern (auch Lasten­fahr­rä­dern) und dem nicht­mo­to­ri­sierten Indi­vi­du­al­ver­kehr (Fahrrad, Fuß), ist der Öffent­liche Perso­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV).

 

3) Mit welchen Maßnahmen werden Sie den Stillstand beim Ausbau des Stadtbahnnetzes beheben und die Attraktivität von Bus & Bahn steigern?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Unser OB-Kandidat, Thomas West­phal, legte im Dezember ein ÖPNVPapier
vor, in dem er die Maßnahmen darlegte: Ausbau der Stadtbahn-
Außen­stre­cken (Benning­hofen, Welling­hofen, Westfalenhütte/Kirchderne,
Kirch­linde), die Verlän­ge­rung der H‑Bahn nach Barop, zu SMART RHINO
und zum Hafen, sowie ein 365€-Ticket für Dort­mund. Alle Kinder und
Jugend­liche bis 18 Jahren sollen ein kosten­loses Ticket erhalten.
Wir wollen die Erar­bei­tung eines Stadt­bahn­ent­wick­lungs­kon­zeptes. Die Fort­füh­rung von ggf. veral­teten Stadt­bahn­pla­nungen erscheint uns nicht mehr zeit­gemäß. Dabei sind eben­falls der Busver­kehr sowie der SPNV weiter zu opti­mieren. Zukunfts­pro­jekte wie die Auswei­tung der H‑Bahn oder denk­bare Gondel-Bahnen sollen auf ihre Mach­bar­keit über­prüft werden. […] Wir wollen eine verbes­serte Taktung, bessere Anschlüsse für Stadt­bahn und Regio­nal­ver­kehr, Vorran­g­routen für Busse und deut­lich mehr Fahr­zeuge, um ein ÖPNV-Grund­an­gebot rund um die Uhr — auch unter der Woche — zu ermöglichen.
Das Stadt­bahn­kon­zept muss an die aktu­elle Situa­tion und zukünf­tige Entwick­lungen ange­passt werden. Das schließt eine sinn­volle Erwei­te­rung des Stadt­bahn­netzes und der H‑Bahn ein – auch um Neubau- und Gewer­be­ge­biete optimal anzubinden.
1: Erhö­hung der Taktung. Ausbau von Stre­cken und Ergän­zung durch Busse.
2. Verlän­ge­rung der ober­ir­di­schen Stationen, um mit mehr Wagen fahren zu können.
3. Auswei­tung der Versor­gung in den Abend- und Morgen­stunden. Mindest-Aufent­halts­qua­lität an den Halte­stellen (Wetter­schutz, Sitz­ge­le­gen­heiten.) Für Rand­ge­biete: Busan­gebot „on demand“. Sinkende Preise.
Antwort liegt nicht vor. Wir setzen uns seit Langem für die Fort­schrei­bung des Stadt­bahn­ent­wick­lungs­kon­zeptes ein und wollen die Planungs­ka­pa­zi­täten dafür erhöhen. Die H‑Bahn sehen wir als attrak­tive Ergän­zung in der Fläche. On-Demand-Verkehre sollen nach­fra­ge­schwache Zeiten und Gebiete besser versorgen. Leih­sys­teme für Fahr­räder und Roller sollen räum­lich, tech­nisch und tarif­lich an den ÖPNV ange­bunden werden. Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Der ÖPNV muss schritt­weise gratis werden.
https://abstimmen.bewegung.jetzt/initiative/152-kostenfreier-nahverkehr
Der Ausbau des Stadt­bahn­netzes ist kompli­ziert und teuer. Zudem verur­sacht der Bau viel CO2. Wir würden eher auf mehr und klei­nere Elek­tro­busse setzen und in Dort­mund den Einsatz von selbst­fah­renden Rufbussen fördern.

DOS: Abga­be­um­lage: Deut­liche Erhö­hung der Preise des inner­städ­ti­schen Park­raums, Maut für Innen­stadt­ver­kehr. Taktung, Anbin­dung & Vernet­zung des ÖPNV verbes­sern. Anpas­sung für Menschen mit Behin­de­rung. P&R‑Parkplätze mit Rabatt­funk­tion für inner­städ­ti­sche Geschäfte. Alle Schü­le­rinnen & Schüler müssen früh an die Vorteile gewöhnt werden — gleiche Rechte auf kosten­güns­tige Nutzung.

FBI: Endlich Ausbau und Fort­füh­rung der Stadt­bahn­li­nien nach Welling­hofen und West­fa­len­hütte, eine Verlän­ge­rung der H‑Bahn nach Barop und über Dorst­feld zum Hafen. Keine Baum­fäl­lungen für den Stadt­bahn­umbau an der B 1. Ein 1 € Tages­ti­cket und mehr Sicher­heit in Bus & Bahn und an Halte­stellen ggf. auch durch einen Begleit­ser­vice nach Mitter­nacht für Frauen.

Tier­schutz­partei: Einfüh­rung des 365 €-Tickets, Sicher­heit und Bus und Bahnen erhöhen durch mehr Personal, Instand­hal­tungs­maß­nahmen für bestehende Fahr­zeuge. Des Weiteren sollte die Entfer­nungs­pau­schale soweit verän­dert werden, dass für den Berufs­tä­tigen die Benut­zung umwelt­freund­li­cher Verkehrs­mittel attrak­tiver wird als das Auto. Man muss den ÖPNV gerne nutzen wollen!

 

4) Möchten Sie finanzielle Mittel für Bus & Bahn eher für Angebotsverbesserungen einsetzen oder für eine Preissenkung (über die VRR-Verbandsversammlung)?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Wir wollen im gesamten Ruhr­ge­biet ein 365€-Jahresticket, aber zuvor
muss das Angebot verbes­sert werden. Qualität rauf, Preise runter, das ist
unsere Reihen­folge. Dazu gehören neue Stre­cken, umweltfreundliche
Busse und moderne Stadt­bahn­wagen. Die Koope­ra­tion der
Verkehrs­ge­sell­schaften im Ruhr­ge­biet und in West­falen muss auf neue
orga­ni­sa­to­ri­sche Füße gestellt werden. Wir wollen eine Reform des VRR.
Eine Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung des ÖPNV kann nur erfolgen, wenn die Infra­struktur intakt ist, vorhan­dene Infra­struk­turen ertüch­tigt werden und ziel­ge­rich­tete Ausbauten der Infra­struktur statt­finden. Dies wird in der Folge zu einer erhöhten Nutzung des ÖPNV führen. Erst zum Abschluss kann hier­nach die Entschei­dung über eine Preis­sen­kung stehen (vgl. auch das Wiener Modell). Wir wollen – in Abstim­mung mit den Verkehrs­ver­bänden – eine Mobi­li­täts-Flat­rate für ganz NRW, über Verkehrs­ver­bunds­grenzen hinweg. Gleich­zeitig zur Preis­sen­kung müssen der Ausbau der Stre­cken und der Kauf von Stadt­bahnen und umwelt­scho­nender Busse voran­ge­trieben werden.
Über die Einspa­rung der Flug­ha­fen­sub­ven­tionen könnte kommunal Geld zur Verfü­gung gestellt werden. Doch vor allem braucht es drin­gend eine weiter­ge­hende Unter­stüt­zung von Bund und Land.
Die LINKE ist für einen kosten­losen ÖPNV für alle. In einem ersten Schritt muss der VRR das Sozi­al­ti­cket um die Hälfte verbil­ligen. Weitere Einstiege könnten stark verbil­ligte oder kosten­freie Ange­bote für bestimmte Nutzer­gruppen, z.B. Schüler*innen und Azubis, sein.
Stre­cken­ausbau und Auswei­tung der Fahrt­zeiten sind jedoch genauso wichtig, insbe­son­dere wenn es zu einer höheren Nach­frage kommt.
Antwort liegt nicht vor. Ein wie das Semes­ter­ti­cket soli­da­risch finan­ziertes Ticket für alle soll die Kosten für alle Fahr­gäste senken. Dann können die bishe­rigen Gelder und die von uns gefor­derten zusätz­li­chen Mittel für die Verbes­se­rung des Ange­botes verwendet werden. Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Die Verbes­se­rung des Ange­botes ist schwer umsetzbar, da aktuell kaum noch Kapa­zi­täten in den Betriebs­höfen und auf den Stre­cken vorhanden sind.
Die Vergüns­ti­gung würde sofort wirken. Zeit­weise und stre­cken­weise sollte der ÖPNV auch gratis sein, was z.B. in Dunkerque sehr gut ange­nommen wird.
Lang­fristig muss aber auch das Angebot besser und flexi­bler werden.

DOS: Keine „entweder-oder“-Frage, beides ist wichtig! Ausbau muss über Steu­er­ein­nahmen, nicht über Ticket ange­schoben werden. ÖPNV muss kosten­güns­tiger als Privat­ver­kehr sein — auch für Fami­lien. Kosten­freie Nutzung für alle Schü­le­rinnen & Schüler. Ausbau Sozial-Ticket. Alter­na­tives kommu­nales Ticket muss erheb­lich güns­tiger werden für Einwohner.

FBI: Da außer­halb der Stoß­zeiten viele Busse oftmals leer fahren, sollte eine Preis­sen­kung mit einem 1 € Tages­ti­cket das Bus- & Bahn­fahren deut­lich attrak­tiver machen und die Stadt­rand­be­zirke durch bedarfs­an­ge­passte Fahr­an­for­de­rungen besser erreichbar sein.

Tier­schutz­partei: Wir würden finan­zi­elle Mittel für eine Preis­sen­kung einsetzen (siehe 365 €-Ticket). Verbes­serte Ange­bote bedeuten nicht auto­ma­tisch mehr Akzeptanz.

 

5) Fuß- und Radverkehr benötigen mehr Platz. Wie stehen Sie zu einem Rückbau der Flächen des ruhenden und fließenden Kfz-Verkehrs in Dortmund?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Wir brau­chen neue Stan­dards für Radver­kehrs­an­lagen, insbe­son­dere bei
Wegbreite und Kreu­zungen. Für die sichere und komfor­table Abwicklung
des Fuß- und Radver­kehrs sind wir bereit, Park­plätze zurück­zu­bauen und
Straßen zu verengen. Auch eine bedarfs­ge­rechte Redu­zie­rung des
Tempos sehen wir als sinn­voll an. Eben­falls muss man für Sicherheit
zwischen Fußgän­gern und Radfah­rern sorgen.
Entschei­dend sind intel­li­gente Lösungen, um den Fuß- und Radver­kehr zu fördern. Ein Fahr­rad­park­haus auf dem Deck einer bishe­rigen Kfz-Tief­ga­rage anstatt einer sonst dafür nötigen Flächen­ver­sie­ge­lung des Stadt­gar­tens oder ein durch­gän­giger Radring um den Wall – unter der Redu­zie­rung von Park­plätzen, aber ohne Wegfall von Spuren für den Kfz-Verkehr – sind solche intel­li­genten Lösungen, die uns […] Wir kämpfen für die Rück­erobe­rung des Stra­ßen­raums durch Fußgänger*innen und Radfahrer*innen: Der Stra­ßen­quer­schnitt muss neu geplant werden, das Auto muss Platz abgeben. Wir wollen breite Bürger­steige, sichere Radwege, barrie­re­freie und sichere Querungen, letz­teres vor allem durch Rückbau von Park­plätzen und Ausbau von Frei­flä­chen. Weniger Auto­spuren lassen zudem mehr Platz für Bäume und Grünflächen. Ein Rückbau der genannten Flächen führt zu einer erheb­li­chen Verbes­se­rung urbaner Lebens­qua­lität. Er redu­ziert Lärm- und Abgasbelastung.
Gewon­nene Flächen können begrünt und beispiels­weise mit Sitz­mög­lich­keiten ausge­stattet werden und so in Flächen mit Aufent­halts­qua­lität verwan­delt werden. Dabei können sie gleich­zeitig genug Platz für umwelt­freund­liche Mobi­lität bieten.
Antwort liegt nicht vor. Uns bereiten bei der Umver­tei­lung der Fläche auf die unter­schied­li­chen Mobi­li­täts­formen die Stra­ßen­bäume größere Sorgen als der Kfz-Verkehr. Während man Autos an P&R‑Stationen, Tief­ga­ragen und Park­häu­sern unter­bringen soll, können alte Stra­ßen­bäume nicht verschoben werden. Daher müssen wir jeden Stra­ßen­ab­schnitt einzeln betrachten. Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Ein Rückbau ist drin­gend erfor­der­lich. Wir haben z.B. mitten in der City eine Auto­bahn, die über­re­gional als Renn­strecke genutzt wird.
Akzep­tanz kann durch Aktionen wie “Tag des guten Lebens” geschaffen werden.
Kosten­loser ÖPNV und mehr Park+Ride sorgt für weniger Park­druck, was eben­falls Frei­flä­chen schafft.

DOS: Ein Rückbau ist nötig, Entsie­ge­lung der Flächen schafft auch mehr Lebens­qua­lität & verbes­sert die Luft­qua­lität. Mehr kosten­pflich­tige Tief­ga­ragen & Stadt­rand­park­raum mit kosten­freiem Pendel­ver­kehr oder Rabatt­funk­ti­on­sti­ckets. Einbahn­straßen schaffen (z.B. Wall). Reduk­tion des fossilen Liefer­ver­kehrs. Verbot von Schwer­last­trans­por­tern (Ausnahme nur durch Genehmigung).

FBI: Der Verkehrs­raum in Dort­mund muss flächen­de­ckend zu Gunsten des Fuß- und Radver­kehrs neu verteilt werden. Die jahr­zehn­te­lange Auto-Vorrang-Politik muss beendet werden und die auto­ge­rechte Groß­stadt in eine menschen­ge­rechte um- bzw. rück­ge­baut werden.

Tier­schutz­partei: Durch vermehrte Verjün­gung von Straßen zu Einbahn­straßen können weit­räumig parallel verlau­fende Fahrrad- und Fußgän­ger­wege entstehen, die mit Grün­streifen vom flie­ßenden Verkehr abge­trennt sind.

 

6) Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht der Dortmunder Flughafen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Dortmund? Wie stehen Sie zu Subventionen für Billigflieger, zur Verlängerung der Start- und Landebahnen und zu einer langfristigen Schließung des Flughafens?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Wir stehen an der Seite der ca. 1.300 Beschäf­tigten in und um den
Flug­hafen Dort­mund – einen der erfolg­reichsten bundes­weit. Der
Flug­hafen gehört zur städ­ti­schen Infra­struktur und sollte
weiter­ent­wi­ckelt werden. Die Verlän­ge­rung der Start­bahn ist nur sinnvoll,
wenn es lang­fristig einen Bedarf gibt. Aufgrund der aktu­ellen Situation
schnelle Schlüsse ziehen zu wollen, halten wir für nicht angebracht.
Für die CDU Dort­mund hat sich der Dort­munder Flug­hafen unter den bestehenden Rahmen­be­din­gungen hinsicht­lich Betriebs­zeiten und Länge der Start- und Lande­bahn am Markt etabliert. Ände­rungs­be­darf an den bestehenden Rahmen­be­din­gungen sehen wir nicht. Die Bewäl­ti­gung der Folgen der Corona-Krise wird zeigen, ob ein dezen­traler Luft­ver­kehr in Europa noch markt­gängig sein wird. Wir fordern den Rückbau des Airports und eine Umnut­zung des Flug­ha­fen­ge­ländes, z.B. für die Ansied­lung nach­hal­tiger Unter­nehmen mit zukunfts­fä­higen Jobs. Seit dem Ausbau im Jahr 2000 haben die Dort­munder Stadt­werke DSW21 den Flug­hafen insge­samt mit mehr als 300 Millionen Euro subven­tio­niert. Klima­po­li­tisch und wirt­schaft­lich ist der Betrieb dieses regio­nalen Flug­ha­fens für uns unverantwortlich. Die LINKE strebt die Schlie­ßung des Flug­ha­fens an. In Erwar­tung schie­nen­ge­bun­dener Alter­na­tiven könnte er allen­falls vorüber­ge­hend als Geschäfts­flug­hafen akzep­tiert werden. – Jede Auswei­tung des Flug­be­triebs, sowohl zeit­lich wie auch hinsicht­lich der Fläche, lehnen wir ab, ebenso jegliche Subvention. Antwort liegt nicht vor. Derzeit spricht alles gegen den Dort­munder Flug­hafen und das Fest­halten an ihm wirkt mehr und mehr aus der Zeit gefallen. Wir haben immer ein trag­fä­higes Konzept gefor­dert, aber dass es das bis heute nicht gibt, spricht Bände. Wir werden nicht am Flug­hafen fest­halten. Subven­tionen für den Flug­be­trieb lehnen wir ebenso ab wie räum­liche oder zeit­liche Auswei­tungen des Flugbetriebs. Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Der Flug­hafen muss geschlossen werden. Die dortigen Arbeits­plätze stehen in keinem Verhältnis zu Kosten und Schäden. Wir haben für den Bedarfs­fall mit Düssel­dorf einen guten Flug­hafen in der Nähe. Ein Verbot von inner­deut­schen Flügen würde dort erheb­liche Kapa­zi­täten schaffen.
Flug­benzin muss besteuert werden und die Einnahmen müssen in die Verbes­se­rung des ÖPNV fließen.

DOS: Die Nutzung des Flug­ha­fens muss umge­dacht werden, solange dessen Verträge noch laufen. Keine Kurz­stre­cken­flüge mehr unter 2 Stunden Flug­zeit, Nutzung max. als Cargo­um­schlag. Fossilfreier Flug­ver­kehr z.B. erste Flug­elek­tro­taxis. Start- & Lande­bahn sollen nicht ausge­baut werden. Flug­sub­ven­tionen müssen ausge­schlossen werden.

FBI: Antwort liegt nicht vor.

Tier­schutz­partei: Antwort liegt nicht vor.

 

Angegebene Links zu weiterführenden Informationen

Die Linke: Unser komplettes Wahl­pro­gramm finden Sie unter www.dielinke-dortmund.de

FBI – Freie Bürger Initia­tive Dort­mund: Mehr Infos unter www.fbi-dortmund.de/Wahlprogramm-2020