Stadtplanung als Chance für den Klimaschutz

Viele Faktoren von Stadt­pla­nung liegen nicht im direkten Zustän­dig­keits­be­reich der Kommu­nal­po­litik. Dennoch kann die klima­ti­sche Nach­hal­tig­keit durch poli­tisch gesetzte Prio­ri­täten stark beein­flusst werden.

Wir haben nach­ge­fragt: Was sind die Themen­felder Ihrer Partei, die unter dem Gesichts­punkt Klima­ver­än­de­rung speziell für Dort­mund beson­ders betrachtet, neu bewertet und verän­dert werden müssen?

Wahlprüfstein-Fragen zum Thema Stadtplanung:

  1. Welche stadt­pla­ne­ri­schen Schwer­punkte werden Sie setzen, um die Dort­munder Klima­schutz­ziele für 2030 und 2050 zu errei­chen?
  2. Welches sind Ihre wich­tigsten Maßnahmen auf diesem Weg?
  3. Der Bedarf an Wohn­raum steigt. Wie werden Sie klima­freund­liche Sied­lungs­struk­turen fördern, um diesen Bedarf zu decken?
  4. Wie wollen Sie sicher­stellen, dass für das Stadt­klima wich­tige Frei­flä­chen, z.B. Frisch­luft­schneisen, gesi­chert und nicht bebaut werden?
  5. Mit welchen Maßnahmen werden Sie eine lebens­werte Stadt gestalten, deren Flächen vorrangig für die Menschen da sind, weniger für Park­raum und Auto­ver­kehr?
  6. Der Klima­wandel ist heute schon spürbar. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Stadt an die Verän­de­rung des Klimas anzu­passen?

Die bis zum 11.3. einge­gan­genen Antworten der Parteien finden Sie hier oder als pdf zum Down­load. Ange­schrieben wurden alle demo­kra­ti­schen Parteien, die als Frak­tion oder Frak­ti­ons­ge­mein­schaft im Rat vertreten sind. Auf Nach­frage wurden zwei weitere Parteien aufge­nommen. Die momentan im Rat vertre­tenen Parteien sind gemäß der aktu­ellen Sitz­ver­tei­lung sortiert. Weitere Parteien sind in einer sepa­raten Tabelle aufge­führt und alpha­be­tisch sortiert. Als Zeichen­limit für die Antworten wurden 400 Zeichen gesetzt. Es wurde die Option ange­boten, ausführ­li­chere Antworten zu verlinken. Wahl­prüf­stein-Antworten sind unter […] verlinkt; weiter­füh­rende allge­meine Links, die genannt wurden, finden sich unter der letzten Antwort-Tabelle.

Nicht alle Parteien haben ihre Wahl­pro­gramme schon fina­li­siert — das bietet die Chance, jetzt auf die Parteien zuzu­gehen und Klima­schutz als Wahl­kampf­thema zu plat­zieren.

Wahlprüfstein-Antworten zum Thema Stadtplanung:

1) Welche stadtplanerischen Schwerpunkte werden Sie setzen, um die Dortmunder Klimaschutzziele für 2030 und 2050 zu erreichen?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Wir wollen, dass die Menschen in Dort­mund Arbeit und Dienst­leistungen nah an ihrem Wohnort finden, um unnö­tige Verkehre zu verhin­dern. Es soll ein behut­samer Umgang mit Flächen erfolgen, um den Flächen­verbrauch zu mini­mieren. Ziel im Verkehr ist eine gerechte Vertei­lung des Verkehrs­raumes auf alle Verkehrs­arten und Co2-Einspa­rungen. Bei alldem behalten wir die sozialen Belange im Auge. Die CDU will den bisher erfolg­rei­chen Weg in der Dort­munder Klima­po­litik fort­setzen und weiter­entwickeln, um die Klimaschutz­ziele 2030 und 2050 zu errei­chen. Wir wollen die im Handlungs­programm Klima-Luft 2030 formu­lierten Ziele zur weiteren Redu­zie­rung der Treibhausgas­emissionen und zur Verbes­se­rung der Luft konse­quent umsetzen. […] Die auto­zen­trierte Planungs­politik ist ein Relikt von gestern. Der Stra­ßen­raum muss wieder den Menschen zurück­ge­geben werden: den Radfahrer*innen und den Fußgänger*innen. Doch Verkehrs­wende geht nicht ohne Ener­gie­wende. Um die Klima­ziele zu errei­chen ist außerdem entschei­dend, dass Dort­mund zukünftig seinen Ener­gie­be­darf – auch vor dem Hinter­grund von Elektro­mobilität und Digi­ta­li­sie­rung – mit erneu­er­baren Ener­gien deckt. DIE LINKE will die sozial-ökolo­gi­sche Wende, denn soziale Gerechtig­keit und Klima­schutz gehören zusammen. Sowohl inter­na­tional, als auch in Deutsch­land steigt der CO2-Ausstoß mit dem Einkommen. So wie global die Ärmeren stärker unter der Klima­krise leiden, erdulden die ärmeren Stadt­teile in Dort­mund die höchsten Umwelt­belastungen. Nur mit einer sozialen Stadt­pla­nung, die alle Einwohner*innen im Blick hat und Unter­schiede ausgleicht, können die Klima­ziele erreicht werden. Für uns Freie Demo­kraten sind hier zwei Dinge entschei­dend: Einer­seits brau­chen wir eine konse­quente Verkehrs­wende. Ande­rer­seits müssen wir Inno­va­tionen bei der Energie-erzeu­gung voran-treiben. Für die Verkehrs­wende gilt es, den ÖPNV auch mit neuen Stre­cken auszu­bauen und zugleich die Infra­struktur für alter­na­tive Antriebe des Indi­vi­dual-verkehrs zu schaffen (Wasser­stoff- und Elek­tro­fahr­zeuge).

Weniger moto­ri­sierter Indi­vi­du­al­ver­kehr und insge­samt weniger Verkehr, Erhalt und Ausbau von Natur- und Land­schafts­schutz­ge­bieten sowie eine redu­zierte und möglichst klima­ver­träg­liche Land­wirt­schaft sind nach dem weit­ge­henden Verschwinden der Schwer­indus­trie die wich­tigsten Ziele zum Errei­chen der Klima­schutz­ziele.

Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Lokale Einkaufs­mög­lich­keiten stärken durch Wochen­märkte, die regio­nale Anbieter bevor­zugen.
Fuß- und Radver­kehr stärken durch eigene Verkehrs­wege, auto­freie Innen­stadt.
Städ­ti­sche Vege­ta­tion stärken durch Urban/Vertical Garde­ning, Natur­wiesen mit heimi­schen Pflanzen, Frisch­luft­schneisen, Verbot von Stein­gärten.
Parks mit Veran­stal­tungen und Flächen für Akti­vi­täten.

DOS: Ziel muss die Förde­rung emis­si­ons­freier Mobi­lität, Ener­gie­ge­win­nung, Produk­tion und Wohnens sein. Alle Bau- und Förder­maß­nahmen müssen mittels Klim­aba­ro­meter geprüft werden. Wir wollen eine auto­freie Innen­stadt bei gleich­zei­tiger Verbes­se­rung des ÖPNV, Rad- und Fußwe­ge­netzes und setzen auf Verti­kal­ver­dich­tung statt weiterer Flächen­ver­sie­ge­lung.

FBI: Antworten liegen nicht vor.

Tier­schutz­partei: Der Ober­flä­chen­ver­sie­ge­lung muss entge­gen­ge­wirkt werden, Rena­tu­rie­rung von Brach­ge­lände, Schul­höfen, Park­plätzen. Es kann durch Fassa­den­be­grü­nung sowie dem Ausbau von städ­ti­schen Parks Hitze und Kälte abge­mil­dert werden, was zu großen Einspa­rungen beim Ener­gie­ver­brauch führt.

 

2) Welches sind Ihre wichtigsten Maßnahmen auf diesem Weg?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Der Master­plan Mobi­lität und das Programm Klima-Luft 2030 bilden die Grund­lage zur Errei­chung der Klima­ziele bis 2050 – die CO2-Null­emis­sion. Hinzu kommen Handlungs­konzepte für die Stadt­teile und nicht zuletzt finan­zi­elle Mittel zur Umset­zung von Maßnahmen und Projekten. Zudem müssen wir die Akzep­tanz in der Öffent­lich­keit erhöhen. Wichtig ist bei alldem die Einbin­dung der städ­ti­schen Unter­nehmen. Maßnahmen die dazu führen, dass die konti­nu­ier­liche Minde­rung des Treibhausgas­­ausstoßes bis zur “Null­emis­sion” im Jahr 2050 mit den Zwischen­zielen 55 % bis 2030 und 70 % bis 2040 erreicht wird. Dabei wollen wir die Inte­gra­tion von Maßnahmen zur Verbes­se­rung der Luft­qua­lität in das Handlungs­programm Klima-Luft 2030 zur Bünde­lung und effek­tiven Ausnut­zung von Ressourcen. […] Alter­na­tiven zum Auto müssen attrak­tiver werden: Vorfahrt für den ÖPNV, Tempo 30 stadt­weit und grüne Welle für den Radver­kehr. Regio­nale Vermark­tung und eine intel­li­gente Logistik helfen, Verkehr zu vermeiden. Wir wollen dezen­trale, klima­freund­liche Ener­gie­kon­zepte für ganze Quar­tiere – mit Betei­li­gung der Wohnungs­­gesellschaften, d. h. deut­lich mehr Photo­vol­taik, Solar­thermie und Kraft-Wärme-Koppe­lung. Der Verkehr hat das größte Poten­tial für eine Senkung des CO2-Ausstoßes. Um umwelt­freundliche Mobi­lität für alle zu ermög­li­chen, fordert DIE LINKE einen fahrschein­losen ÖPNV mit einem verbes­serten Angebot, sowie den Ausbau von Rad- und Fußwegen und den Rückbau des Dort­munder Flug­ha­fens. Wir streben eine emissions­freie Innen­stadt ohne Auto­ver­kehr an. Aus unserer Sicht die wich­tigste Maßnahme ist es, im Bereich der Mobi­lität klima­neu­tral
zu werden. Dies gelingt nur mit einem attrak­tiven und bedarfs-orien­tierten ÖPNV und CO2-freien Indi­vi­du­al­ver­kehr, nicht durch eine Politik der reinen Behin­de­rung des Autos. Außerdem brau­chen wir eine konse­quente Digi­ta­li­sie­rung der Arbeits­welt, die Verkehr vermeidet.

Die Redu­zie­rung von Straßen und Park­raum, der Ausbau von Bus und Bahn und das Anlegen besserer Rad und Fußwege sind die wich­tigsten Maßnahmen im Bereich Verkehr. Die Land­wirt­schaft wollen wir durch Klau­seln in den Pacht­ver­trägen zu mehr Verant­wor­tung zwingen und zum Ausgleich die Vermark­tung der Produkte an Schulen und andere städ­ti­sche Einrich­tungen erleich­tern.

Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Unsere Part­ner­stadt Leeds hat in einem Bürger*innen-Rat 12 Empfeh­lungen erar­beitet, die fast iden­tisch über­nommen werden können. Ein ähnli­cher Bürger*innen-Rat in Dort­mund kann die Maßnahmen erwei­tern und weitere Maßnahmen erar­beiten.
https://www.leedsclimate.org.uk/leeds-citizens-jury-recommendations-published

DOS: Nötige Maßnahmen in der Verkehrs­wende, beim Wohnen und der Ener­gie­re­du­zie­rung und Ener­gie­ge­win­nung sind Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rungen im ÖPNV (z.B. bei der Taktung, Vernet­zung) und des Radwe­ge­netzes (z.B. durch Barrieren vom Auto­ver­kehr getrennte Wege), Förde­rung der Biodi­ver­sität durch essbare & insek­ten­freund­liche Pflanzen, Fassaden- und Dach­be­grün­dung und Förde­rung der autarken Ener­gie­ge­win­nung.

FBI: 

Zunächst muss vom Rat der recht­lich bindende soge­nannte „Klima­not­stand“ beschlossen werden. Die soge­nannte emis­si­ons­freie Innen­stadt, konse­quenter Umstieg auf Elek­tro­mo­bi­lität, bis diese künftig von der Wasser­stoff­tech­no­logie abge­löst wird, Förde­rung des Radwe­ge­baues, attrak­tives und sicherer Bus & Bahn­fahren mit einem 1 € Tages­ti­cket sowie der Rückbau des Flug­ha­fens sind dafür essen­tiell notwendig.

Tier­schutz­partei: Antwort liegt nicht vor.

 

3) Der Bedarf an Wohnraum steigt. Wie werden Sie klimafreundliche Siedlungsstrukturen fördern, um diesen Bedarf zu decken?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Wir wollen, dass die vorhan­denen Flächen möglichst optimal mit Geschoss­wohnungsbau genutzt werden, um Flächen zu sparen, aber gleich­zeitig dabei lang­fristig den sozialen Zusam­men­halt fördern. Die Ausrich­tung und Plat­zie­rung der Häuser soll best­mög­lich für die Nutzung von Erneu­er­baren Ener­gien erfolgen. Auch sollen autoarme/ auto­freie Sied­lungen mit einer guten ÖPNV-Anbin­dung entstehen. Die CDU will attrak­tive Stand­orte mit attrak­tiven Mischungen aus Wirt­schafts- und Frei­zeit­flä­chen, zusammen­hängenden Grün- und Park­flä­chen sowie moderner Wohn­be­bauung. Wir legen bereits in Bebau­ungs­plänen großen Wert auf Energie­effizienz. In Neubau­ge­bieten wollen wir die Kampagne “100 Ener­giePlus­Häuser für Dort­mund” weiter­ver­folgen und ausbauen. Dies gilt im Übrigen auch für Kitas und Mehrfamilien­häuser. […] Flächen sparen, in die Höhe bauen: Grüne Hoch­häuser, die Arbeiten und Wohnen verein­baren, und Aufsto­ckung bestehender Bebauung. Wir wollen nach­haltig gebaute, geför­derte Mietgeschoss­wohnungen, statt Eigen­heimen und mehr Grün auf Dächern, an Fassaden und in den Gärten. Quar­tiere mit einem guten Mobilitäts­konzept können lang­fristig auto­frei werden – und mehr Platz für natur- und wohnungs­nahe Grün­flä­chen lassen. Keine Duldung von Leer­stand oder Zweck­entfremdung. Sozi­al­woh­nungen statt Luxus­apartments. DIE LINKE will Gemeinde­wohnungen bauen und kaufen. Dies führt zu sozialen Mieten und verschafft die Kontrolle zur klima­freund­li­chen Ausstat­tung. Modernisierungs­maßnahmen dürfen nie dazu führen, dass Menschen verdrängt werden. Die Stär­kung von Mieter*innen­rechten erhöht die Akzep­tanz von Sanie­rungen. Zunächst gilt es im Hinblick auf den stei­genden Bedarf neuen Wohn­raum zu schaffen. Dies soll in erster Linie durch die Nach­ver­dich­tung geschehen. Arbeit, Wohnen und
digi­tale Infra-struktur sollen gemeinsam geplant werden, damit mehr Menschen
wohn­ortnah oder von zu Hause arbeiten können. In Neubau­be­rei­chen – gerade auf
Konver­si­ons­flä­chen — sollen Nahwärme-netze, erneu­er­bare Ener­gien und Infra­struktur für
klima­freund­li­chen Verkehr Stan­dard werden.

Insbe­son­dere die DOGEWO kann ihren Beitrag dazu leisten, weil wir darauf direkten Einfluss nehmen können und wollen. Aber auch die provate Wohnungs­wirt­schaft hat sich in der Vergan­gen­heit den Anre­gungen der Politik und Verwal­tung gegen­über nicht grund­sätz­lich verschlossen. Wir werden weiterhin diesen Dialog suchen und im Sinne des Stadt­klimas führen.

Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Neubau schadet dem Klima sehr und soll wenn über­haupt nur nach­haltig erfolgen. Die Anzahl an Single-Haus­halten steigt, daher ist es wichtig, große Wohnungen umzu­bauen oder gemein­same Wohn­pro­jekte zu fördern. Auch die bessere ÖPNV-Anbin­dung von bestehendem Wohn­raum in Rand­be­zirken oder Nach­bar­städten kann den Wohnungs­mangel lindern.
Leer­ste­hende Häuser sollen enteignet und saniert werden.

DOS: Die Förde­rung des ener­ge­ti­schen, sozialen Wohn­raums muss durch städ­ti­schen oder genos­sen­schaft­li­chen Wohnungsbau gesi­chert werden. Verti­kal­ver­dich­tung muss Vorrang vor neuer Flächen­ver­sie­ge­lung haben, Umwelt­schutz Vorrang vor Denk­mal­schutz. Auto­freie Wohn­parks & autarker Mehr­fa­mi­li­en­woh­nungsbau müssen geför­dert werden. Stell­flä­chen für Tiny-Houses müssen geschaffen werden.

FBI: Um sich klima­freund­lich entwi­ckeln zu können, kann eine bereits hoch­ver­dich­tete Groß­stadt wie Dort­mund nicht mehr jeden Bedarf an Wohn­raum decken, da eine weitere Verdich­tung oder Bebauung von Frei­raum mit neuen Wohn­sied­lungen kontra­pro­duktiv fürs Stadt­klima wäre. Vorhan­dene Sied­lungen sollten zudem klima­freund­lich struk­tu­rell umge­baut werden.

Tier­schutz­partei: Wohn­sied­lungen mit groß­zü­gigen Innen­höfen und Fassa­den­be­grü­nung, die zur Naherho­lung dienen, auf brach­lie­gendem Gelände oder still­ge­legten Indus­trie­an­lagen errichten unter Verwen­dung klima­freund­li­cher Bausub­stanzen (Holz), Photo­vol­ta­ik­an­lagen zur ener­ge­ti­schen Versor­gung, Tief­ga­ragen anstelle von Park­plätzen

 

4) Wie wollen Sie sicherstellen, dass für das Stadtklima wichtige Freiflächen, z.B. Frischluftschneisen, gesichert und nicht bebaut werden?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Mit dem Landschafts­plan sichern wir Flächen, die ökolo­gisch wichtig sind. Grund­sätz­lich gilt bereits heute, dass Frischluft­schneisen nicht zuge­baut werden. Hinzu kommt der intel­li­gen­tere und spar­sa­mere Umgang mit Flächen, etwa durch Geschossbau oder durch Nach­verdichtung, was zukünftig noch mehr berück­sich­tigt werden soll. Die Balance zwischen Stadt­ent­wick­lung und Freiflächen­sicherung ist ein wich­tiges Ziel. Diese Antwort korre­spon­diert mit der Antwort zur vorhe­rigen Frage. Wir sind fest davon über­zeugt, dass wir dem Recht auf Wohnen Geltung verschaffen müssen. Soweit hierfür die Möglich­keiten der Innen­ver­dich­tung und der Aufsto­ckung genutzt werden können, wollen wir diese nutzen. Aller­dings ist davon auszu­gehen, dass die Poten­ziale für eine wach­sende Stadt hierfür endlich sind. […] Bei Bebauungs­plänen soll grund­sätz­lich die Wirkung des Vorha­bens auf Umwelt und Stadt­klima begut­achtet werden. Zudem muss der Biotop­ver­bund im Bauleit­ver­fahren geför­dert werden. Naturschutz­gebiete und Grün­züge müssen im Land­schafts­plan mitein­ander verbunden werden. Die Grün­flä­chen im Sied­lungs- und Stra­ßen­raum sollen naturnah gepflegt werden. Die Frischluft­schneisen des Dort­munder Frei­raum­mo­dells sollten im Flächen­nutzungsplan darge­stellt und von Bebauung frei­gehalten werden. Statt neue Flächen zu erschließen, können Indus­trie­bra­chen saniert und einer neuen Nutzung zuge­führt werden. DIE LINKE möchte keine weiteren Flächen für die Logis­tik­branche opfern. Schüt­zens­werte Flächen sollen als Natur- oder Landschafts­schutzgebiete ausge­wiesen werden. Frisch­luft­schneisen sind für das Klima in Dort­mund wichtig. Deshalb halten wir
Nach­ver­dich­tungen in bestehenden Sied­lungs­ge­bieten für den besten Weg zur Schaf­fung neuen Wohn­raums. Frei­flä­chen sollten nur dann erschlos-sen werden, wenn
dies zur Schaf­fung neuen Wohn­raums oder wich­tiger Arbeits­plätze zwin­gend erfor-derlich ist.

Der Land­schafts­plan zeigt der Bebauung bereits deut­liche Grenzen auf. Wir fordern darüber hinaus, dass jede größere Baumaß­nahme auf ihre Verträg­lich­keit für das Stadt­klima unter­sucht wird.

Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Durch den Fokus auf Bau und die Errich­tung lukra­tiver Büro­flä­chen wird der öffent­liche Raum immer weiter einge­schränkt und Erho­lungs­flä­chen verschwinden. Grün­flä­chen, Flächen für Urban Garde­ning und andere Außen­ak­ti­vi­täten sowie Frisch­luft­schneisen müssen über Stif­tungen dauer­haft dem Zugriff der Politik entzogen werden, damit diese nicht bei sich ändernden Mehr­heiten bebaut werden.

DOS: Im Land­schafts­plan müssen Wälder und Riesel­felder als Natur­schutz­zonen ausge­wiesen werden und weitere Bebau­ungs­flä­chen beson­dere ener­ge­ti­sche Auflagen erhalten (z.B. Ausrich­tung aller Neubauten nach ener­ge­ti­schen Gesichts­punkten & Luft­strö­mungs­ver­hält­nissen) Es werden keine neuen Gewer­be­ge­biete auf Grün­land ausge­wiesen, die OWIIIa/L663n nicht weiter­ge­baut. Die Umstel­lung land­wirt­schaft­li­cher Flächen auf Bioland­flä­chen muss geför­dert werden.

FBI: Antwort liegt nicht vor.

Tier­schutz­partei: Antwort liegt nicht vor.

 

5) Mit welchen Maßnahmen werden Sie eine lebenswerte Stadt gestalten, deren Flächen vorrangig für die Menschen da sind, weniger für Parkraum und Autoverkehr?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Die gerech­tere Auftei­lung der Verkehrs­fläche für alle Nutzer ist uns ein wich­tiges Anliegen. Der Ausbau des ÖPNV mit neuen Stadt­bahn­li­nien und die Weiter­entwicklung des Nahverkehrs­konzeptes müssen ange­gangen werden. Autoarme/ auto­freie Sied­lungen sind erstre­bens­wert. Viele Maßnahmen, wie z.B. Opti­mie­rung von Ampel­schal­tungen, Sitz­ge­le­gen­heiten, Netz­bil­dung für Fußgänger und Radfahrer sollen umge­setzt werden. Vor dem Hinter­grund einer sich verän­dernden Mobi­lität wird sich der Modal Split absehbar ver­ändern. Aller­dings werden die Verän­de­rungen neben der Zunahme von Radver­kehr oder einem Ausbau des ÖPNV auch weiterhin das Auto als Baustein im Modal Split beinhalten. Vor dem Hinter­grund der Zunahme der E‑Mobilität bei KFZ oder der zukünf­tigen Nutzung von Wasser­stoff wird auch das Auto klima­freund­lich in Nutzung bleiben. […] Zuerst müssen breite, barrie­re­freie Fußwege mit begrünten Aufenthalts­flächen und sichere Radwege geplant werden. Die Rest­fläche steht für den Auto­ver­kehr und für Lade­zonen etc. zur Verfü­gung. Wir wollen die Menschen aktiv an den Planungen betei­ligen, um eine hohe Aufenthalts­qualität für alle zu schaffen: mit Grün, Wasser, Sitz­bänken und Veranstaltungs­flächen – auch als Beitrag zu Inklu­sion und Teil­habe. DIE LINKE fordert den Ausbau der Radwege nicht nur zu den Zentren hin, sondern im gesamten Stadt­bereich. Auch Fußwege müssen in den Mittel­punkt der Stadt­pla­nung gerückt werden. Es braucht mehr auto­freie Zonen. DIE LINKE will die Schaf­fung von Räumen mit Aufenthalts­qualität durch Sitz­mög­lich­keiten, Begrü­nung und Lärm­re­duk­tion. Die Stell­platz­sat­zung soll genutzt werden, um die Zahl der Park­plätze zu mini­mieren. Was Menschen für lebens­wert halten, ist unter­schied­lich. Für einige Menschen gehört die Möglich­keit, das eigene Auto abstellen zu können, dazu, für andere nicht. Für uns ist der Schlüssel zu weniger Autos nicht pure Verknap­pung des Park­raums, sondern eine Politik, die gerade im Innen­stadt-bereich Car Sharing und ÖPNV so attraktiv macht, dass man gar kein Auto mehr haben möchte. Für Ein-pendler brau­chen wir funk­tions-fähi­gere P&R‑Anlagen und wirk­sa­mere Park-raum­be­wirt­schaft, die den Bedarf an Park­raum markt- wirt­schaft­lich steuert.

Wir sehens insbe­son­dere kleine Plätze und Parks als wichtig an und wollen mehr davon im Stadt­ge­biet, insbe­son­dere in stark bebauten Berei­chen. Der moto­ri­sierte Indi­vi­du­al­ver­kehr soll durch Park­raum­be­wirt­schaf­tung und Straßen mit weniger Spuren in den Hinter­grund gedrängt werden.

Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Auto­freie Innen­stadt, Rückbau der inner­städ­ti­schen Schnell­straßen, Verteue­rung von Park­raum und Vergüns­ti­gung des ÖPNV.
Vorrang für ÖPNV, Radver­kehr und Fußgänger. Dieser muss so gut und günstig sein, dass man das Auto nur nimmt, wenn unbe­dingt sein muss.
Auch die Maßnahmen bei Punkt 4 werden erheb­lich dazu beitragen.

DOS: Zusätz­lich zu den bereits genannten Maßnahmen sollen mehr Flächen rena­tu­riert werden: kosten­güns­tiger Tief­ga­ra­gen­park­raum muss in allen Vororten geschaffen werden (auto­freie Stadt­teil­be­zirke), um so Park­plätze zu entsie­geln & begrünte Begeg­nungs- und Bewe­gungs­räume zu schaffen. Schul­gärten können zu Mehr­ge­nera­tio­nen­gärten des Bezirks rege­ne­riert & ausge­baut, Schulen als (Stadtbezirks-)Lebensraum entwi­ckelt werden.

FBI: Ein dort­mund­weites Rückbau- und Entsie­ge­lungs­pro­gramm soll den Menschen ihre Flächen zur Erho­lung und zur sicheren und attrak­tiven Fort­be­we­gung mit dem Fahrrad oder zu Fuß wieder zurück­geben.

Tier­schutz­partei: Um der Natur­zer­stö­rung und Habi­tatz­er­schnei­dung Einhalt zu gebieten, ist z.B. bei jedem Stra­ßenbau ein Geneh­mi­gungs­ver­fahren durch ein Gremium vorzu­schalten, das sich mindes­tens zur Hälfte aus orga­ni­sierten Umwelt- und Natur­schüt­zern zusam­men­setzt (s. auch vorher­ge­hende Fragen)

 

6) Der Klimawandel ist heute schon spürbar. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um die Stadt an die Veränderung des Klimas anzupassen?

SPD CDU Grüne Die Linke FDP Piraten Bürger­liste
Für jeden Stadt­teil müssen Klimafolgen­anpassungs­konzepte erstellt und umge­setzt werden. Dazu gehört, dass Hitze­in­seln vermieden werden, z.B. durch weitere Dach­be­grü­nung bei Gebäuden und Wasser­flä­chen in Siedlungs­bereichen. Auch müssen viele neue Bäume für ein besseres Mikro­klima gepflanzt werden. Der Hochwasser­schutz auch bei Starkregen­ereignissen muss weiter ausge­baut werden. Die CDU wird unter ihrer oben bereits erläu­terten Verant­wor­tung für die gesamte Stadt und ihrer viel­fäl­tigen Belange und Inter­essen regel­mäßig versu­chen, Maßnahmen für die Errei­chung der verein­barten Klima­ziele zu reali­sieren. Unter stär­kerer Betei­li­gung der Bürger/Innen und in öffent­li­chen Veran­stal­tungen wollen wir den Dialog mit den Bürger/Innen suchen um Maßnahmen zu erör­tern. […] Für Hörde gibt es ein Klima­kon­zept mit umfang­rei­chen Maßnahmen zur Klima­an­pas­sung. So etwas muss es schnellst­mög­lich für alle weiteren Stadt­be­zirke geben. Wir wollen zudem versie­gelte Flächen entsie­geln oder ökolo­gisch aufwerten, z. B. Gewer­be­ge­biete begrünen, mehr Bäume in den Straßen pflanzen oder Stellplatz­flächen, die nicht über­baut werden können, in Solar­parkplätze mit Dach­be­grü­nung umwan­deln. Der Klima­wandel wird zum einen dazu führen, dass es häufiger zu Stark­regen kommt. Um die Wasser­mengen aufnehmen zu können, will DIE LINKE die Entsie­ge­lung von Flächen voran­treiben. Zum anderen wird es mehr Hitze­wellen geben. Gerade in den dicht besie­delten Regionen müssen wir die Anzahl der Stra­ßen­bäume erhöhen, die sich positiv auf das lokale Klima auswirken. Der Klima­wandel wird die Stadt Dort­mund in Zukunft vor große Heraus­for­de­rungen stellen. Wir werden die Auswir­kungen vor allen Dingen bei beson­deren
Wetter­ereig­nissen bemerken. Bei Neubauten öffent­li­cher Gebäude sollten Verschat­tungen, Zisternen und Grün­in­seln mit einge­plant werden. Für Stark­regen-ereig­nissen müssen wir unsere Kana­li­sa­tion schützen. Dabei sollte die Stadt
Dort­mund neue Flächen zur Regen­rück­hal­tung gewinnen.

Wir unter­stützen bereits jetzt Projekte zur Klima­re­si­lienz, etwa das Anlegen eines Sees im Jung­erntal und die Auffang­be­cken im Campus-Konzept der TU. Aber auch Dach­be­grü­nungen und das Verbot von Stein­gärten sind wich­tige Schritte, nicht nur im Bereich der Hitze­in­seln.

Antwort liegt nicht vor.

Basis­de­mo­kratie Jetzt: Durch mehr Vege­ta­tion: Frei­flä­chen und Frisch­luft­schneisen müssen erhalten und wieder­her­ge­stellt werden. Verstärkt Begrü­nung von Flach­dä­chern und Fassaden, sowie Vertical Garde­ning. Gewerbe- und Büro­flä­chen müssen nicht immer in der Innen­stadt entstehen, sondern können durch einen guten ÖPNV auch in weniger dicht besie­delten Außen­be­rei­chen liegen.

DOS: Alle noch in der Planung befind­li­chen Maßnahmen müssen kritisch auf Klima­werte hinter­fragt werden, der Klima­not­stand aner­kannt werden. Ergeb­nisse aus Best­praxis anderer Städte, Wissen­schaft und Forschung müssen auch weiterhin im Master­plan inte­grierte Klima­an­pas­sung Dort­mund berück­sich­tigt werden. Alle lebens­wich­tigen Bereiche müssen entspre­chend vorbe­reitet werden, Pläne für Natur­er­eig­nisse erstellt werden.

FBI: Zunächst darf das Stadt­lima nicht durch weitere klimare­le­vante Baumaß­nahmen und Sied­lungs­ver­dich­tungen zusätz­lich verschlech­tert werden. Durch Klima­schutz­wälder, Entsie­ge­lungen und groß­zügig mit Bäumen bepflanzte inner­ört­liche Grün­flä­chen, sowie durch die Schaf­fung größerer Wasser­flä­chen soll den nega­tiven Auswir­kungen des Klima­wan­dels entgegen gesteuert werden.

Tier­schutz­partei: Vermehrte Fassa­den­be­grü­nung, Entge­gen­wirken der Ober­flä­chen­ver­sie­ge­lung, Parks und Grün­flä­chen schaffen, Verzicht auf unnö­tige „Pfle­ge­maß­nahmen“ in städt. Anlagen wie Rasen­mähen, trimmen, etc., „Stein­gärten“ verbieten, Spring­brunnen aufstellen, klima­ver­träg­liche Bepflan­zung (Baum­arten) bevor­zugen

 

Angegebene Links zu weiterführenden Informationen

Die Linke: Unser komplettes Wahl­pro­gramm finden Sie unter www.dielinke-dortmund.de