VCD-Thesenpapier zu Corona und Verkehr

Corona-Krise macht deutlich: Verkehrswende dringender denn je VCD — ÖPNV stützen, mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger

Die Corona-Krise hat aktuell die Mobi­lität verän­dert, der wochen­lange Lock­down die Straßen geleert, vor allem aber Busse und Bahnen. Viele Menschen arbeiten im Home­of­fice, nicht wenige, die weiter zur Arbeit fahren, sind auf das Rad umge­stiegen. Aus Sicht des VCD Dort­mund-Unna wird das Folgen auch für die Zeit nach Corona haben. Damit sich die Mobi­lität nicht in eine falsche, uner­wünschte Rich­tung entwi­ckelt, müssen Stadt und DSW21 jetzt noch viel stärker als geplant in die Verkehrs­wende inves­tieren, fordert der Verband jetzt in einem Thesen­pa­pier „Mobi­lität nach Corona – notwen­dige Maßnahmen für Dort­mund“. Nötig ist aus Sicht des VCD auf der einen Seite mehr Platz für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen, auf der anderen Seite mehr Platz in Bussen und Bahnen – und damit mehr Geld für den ÖPNV.

Der ÖPNV ist der Verlierer der Corona-Krise. Die Fahr­gast­zahlen sind einge­bro­chen. Ohne Busse und Bahnen aber ist eine Verkehrs­wende gerade in Metro­pol­re­gionen wie dem Ruhr­ge­biet nicht machbar; sie sind das Rück­grat der umwelt­freund­li­chen Mobi­lität. Und eine Verkehrs­wende ist notwendig: für den Klima­schutz und um die Stadt lebens­wert für Bewohner*innen und Besucher*innen zu gestalten. Um das Vertrauen der Menschen in das System ÖPNV zurück­zu­ge­winnen, ist es notwendig, mehr Platz in Bussen und Bahnen zu schaffen, wo immer es möglich ist. Einmal durch einen engeren Takt, zum anderen durch längere Stadt­bahnen. DSW21 muss also mehr Fahr­zeuge als geplant anschaffen. Natür­lich ist dafür Geld erfor­der­lich. Die Politik in der Stadt sollte sich auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass Bund und Länder den ÖPNV jetzt nicht ins Berg­freie fallen lassen.

Viele Menschen sind während der Krise auf das Fahrrad umge­stiegen. Anders als in anderen Städten überall auf der Welt – Bogota, Berlin, Buda­pest – wurde in Dort­mund aber nicht mehr Platz für Radfahrer*innen geschaffen, die soge­nannten Pop-up Bikelanes (provi­so­ri­sche Radwege auf bishe­rigen Auto­spuren) hat die Stadt nicht einrichten wollen. Tatsache aber ist, dass in Dort­mund schon ohne Pandemie viel zu wenig Platz für Radfahrer*innen und zu Fuß Gehende da ist. Zum einen muss die Stadt ihrer Ankün­di­gung, Fahr­rad­stadt zu werden, jetzt Taten folgen lassen, zum anderen auch für Fußgänger*innen mehr Platz schaffen. Das geht nur zulasten des Auto­ver­kehrs. Etwa, indem Falsch­parken nicht mehr geduldet wird.

Notwendig ist darüber hinaus auch insge­samt eine Entschleu­ni­gung des Verkehrs und ein Zurück­drängen des Auto­ver­kehrs. Tempo 30 stadt­weit und Tempo 20 in sensi­blen Berei­chen wie der City oder in Einkaufs­straßen wäre eine notwen­dige Maßnahme, die auto­freie Innen­stadt (mit Zufahrt nur für Anwohner und zu Tief­ga­ra­gen­plätzen) eine andere.

Die Stadt hat zuletzt einige noch zaghafte Schritte in Rich­tung Verkehrs­wende getan, Stich­worte Fahr­rad­stadt, Mikro­depot, Tempo 30 auf der Ruhr­allee. Diesen Weg muss die Stadt jetzt entschlossen weiter­gehen.

VCD-Thesen­pa­pier zu Corona

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des VCD Dort­mund-Unna

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