300 Radfahrende testen neuartigen Radfahrstreifen

Pres­se­mit­tei­lungvon velo­city Ruhr zur Aktion am 12.5.:

Über 300 Radfah­rende haben am Dienstag eine Test­fahrt auf einer soge­nannten Pop-up-Bikelane auf dem Heiligen Weg in Dort­mund gemacht. Bei einem solchen vorüber­ge­hend ange­legten Radweg wird der gesun­kene Auto­ver­kehr in der Corona-Krise genutzt und ein Fahr­streifen einer mehr­strei­figen Straße in einen Radfahr­streifen umge­wan­delt und mit Leit­ke­geln vom Auto­ver­kehr getrennt.

„Von 17 Uhr bis 18 Uhr war der Heilige Weg mit dem Fahrrad entspannt und sicher befahrbar“, meint Peter Fricke von Aufbruch Fahrrad Dort­mund und Velo­Ci­tyRuhr und ergänzt: „Selbst Kinder, die den Heiligen Weg norma­ler­weise gar nicht befahren können, waren angst­frei dort unter­wegs und hatten sicht­lich Spaß an dem tollen Streifen.“ Die Straße sei ein Beispiel für die ungleiche Flächen­ver­tei­lung in der Stadt: Es gebe vier Fahr­streifen für den fahrenden Auto­ver­kehr und in den meisten Berei­chen zusätz­lich zwei weitere Streifen für parkende Autos. Insge­samt stünden mehr als 16 Meter für den Auto­ver­kehr zur Verfü­gung, während Radfah­rende auf nur 1,20 m schmalen Schutz­streifen von fahrenden und parkenden Autos in die Zange genommen würden.

„Viele vier­strei­fige Straßen in Dort­mund sind über­di­men­sio­niert, dort würde ein Fahr­streifen pro Rich­tung eigent­lich ausrei­chen“, so Sven Teschke von Aufbruch Fahrrad Dort­mund, „und in der Corona-Krise gilt das wegen des stark zurück­ge­gan­genen Verkehrs natür­lich umso mehr.“ Gerade in solchen Straßen entsprä­chen die Radver­kehrs­an­lagen oft nicht den heutigen Anfor­de­rungen oder fehlten ganz.

Ein Bündnis aus zwölf Fahrrad- und Umwelt­ver­bänden hat darum in einem offenen Brief an den Ober­bür­ger­meister vorge­schlagen, für die Dauer der Corona Krise an einigen mehr­strei­figen Straßen temporär einen Fahr­streifen für den Radver­kehr zu nutzen. Dazu habe man eine Liste von Vorschlägen vorge­legt, bei denen die Umset­zung ganz beson­ders einfach sei. Neben dem Heiligen Weg sind das die Hohe Straße, die untere Ruhr­allee und der Stra­ßenzug Treibstraße/Grüne Straße/Steinstraße. Zu dem stetig wach­senden Bündnis gehören auch die örtli­chen Glie­de­rungen von ADFC, VCD, BUND und NABU sowie die Parents for Future Dort­mund.

„Der erste Test am heutigen Tag ist positiv verlaufen“, so Werner Blanke vom ADFC Dort­mund. Nun gehe es darum die Erfah­rung zu nutzen. Für Blanke ist klar: „Das war nicht nur eine Demons­tra­tion, sondern es geht darum, Dinge auch tatsäch­lich umzu­setzen.“

Fotos der Aktion auf der Seite von velo­city Ruhr

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