Klimaschutz ist längst kein Randthema mehr – auch nicht in den Kirchen. Der Evangelische Kirchenkreis Dortmund (EKK) stellt sich dieser Verantwortung mit einer ambitionierten Strategie: Bis 2035 sollen 90 Prozent der Treibhausgasemissionen reduziert werden, bis 2045 will man vollständig klimaneutral sein. Ein Ziel, das nicht nur technischen, sondern auch sozialen Wandel verlangt.

(Bild: Sina Marks / EKK DO)
Im Novemberplenum des Kirchenkreises berichtete die Klimaschutzmanagerin Sina Marks über die bisherigen Schritte und die künftigen Herausforderungen. Ihr zweijähriges Projekt, gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium, umfasst beeindruckende Dimensionen: Rund 250 selbst genutzte Gebäude und zahlreiche vermietete Flächen gilt es klimafreundlich zu gestalten.
Drei Schwerpunkte für den Wandel
Die Datenerhebung zeigte deutlich, wo gehandelt werden muss: Gebäude, Mobilität und Beschaffung. In diesen Bereichen hat der Kirchenkreis konkrete Maßnahmen entwickelt – nicht hinter verschlossenen Türen, sondern gemeinsam mit Mitarbeitenden, Gemeindemitgliedern und Ehrenamtlichen. In verschiedenen Workshops diskutierten sie die Frage: Was ist uns wichtig für den Klimaschutz in unserer Kirche?
Aus all diesen Ideen entstanden 30 Maßnahmensteckbriefe, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen.
Gebäude – Prioritäten setzen und Chancen nutzen
Der Gebäudebestand ist groß, doch nicht jedes Haus wird langfristig gebraucht. Deshalb steht eine sorgfältige Priorisierung an: Welche Gebäude bleiben, welche werden aufgegeben oder umgenutzt?
Für schnelle Erfolge („Quick Wins“) wurden bereits Heizungs-Checks und energiesparende Maßnahmen umgesetzt – etwa Sitzbankheizungen für die sogenannte „Winterkirche“. Parallel sucht der Kirchenkreis nach geeigneten Standorten für Photovoltaikanlagen, auch in Kooperation mit Energiegenossenschaften. Geprüft werden zudem Contractingmodelle für E-Ladesäulen, Stromspeicher und Wärmepumpen.
Mobilität – vom Dienstwagen zum Dienstfahrrad
Rund 5.500 Dienstreisebelege pro Jahr summieren sich zu einem erheblichen Emissionsanteil. Das Thema mobile Arbeit bietet hier Spielraum, ebenso wie ein attraktiveres Angebot für umweltfreundliche Wege: Mitarbeitende profitieren bereits vom „Deutschland-Ticket Job“, ergänzt werden soll dies durch Fahrradständer und abschließbare Boxen.
Beschaffung – von Apfelsaft bis Food Connect Ruhr
Auch im Beschaffungswesen will der Kirchenkreis nachhaltiger werden. Besonders spannend: das Thema Ernährung. Lokale und gesunde Lebensmittel sollen verstärkt auf den Tisch kommen. Dabei gibt es kreative Ideen – etwa Apfelsaft von regionalen Streuobstwiesen für Kindergärten und Gemeindefeste. Langfristig sind Kooperationen mit dem Ernährungsbeirat Dortmund und dem Projekt Food Connect Ruhr geplant.
Steuerung, Kontrolle und Motivation
Transparenz spielt eine zentrale Rolle. Ein THG-Controlling-Tool soll künftig den Fortschritt digital erfassen. Eine zentrale Steuerungsgruppe Klima koordiniert die Umsetzung und unterstützt die Gemeinden vor Ort. Finanziert werden viele Vorhaben aus dem Klimafonds der Landeskirchen, in den vier Prozent der Kirchensteuern fließen.
Und wer noch Inspiration sucht: Die Pauluskirche zeigt, wie Klimaschutz lebendig werden kann – mit Lastenradverleih, veganem Mitbringbrunch und offenen Bildungsangeboten zur Nachhaltigkeit. Diese Initiativen sollen künftig auch andere Gemeinden ermutigen, selbst aktiv zu werden.
Fazit
Der Kirchenkreis Dortmund beweist, dass Klimaschutz und kirchliches Handeln Hand in Hand gehen können. Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 ist ambitioniert – aber erreichbar, wenn die Gemeinden untereinander und mit dem EKK engagiert zusammenarbeiten.
Weitere Informationen:
- Vortragsfolien vom 4. November: http://www.klimabuendnis-dortmund.de/wp-content/uploads/2025/11/Klimabuendnis_Klimaschutzkonzept_06-11-2025.pdf
- das komplette Klimaschutzkonzept: https://ev-kirche-dortmund.de/wp-content/uploads/2025/06/evkkdoklimaschutzkonzept2025.pdf
- EKK Seite für Nachhaltigkeit: https://ev-kirche-dortmund.de/ueber-uns/nachhaltigkeit/