Naturschutzverbände warnen vor Weiterbau der OWIIIa / L663n von Asseln nach Unna

Pres­se­mit­tei­lung, Dort­mund, 15.5.2019

Ökolo­gisch und ökono­misch fatal und anachro­nis­tisch

Die Dort­munder Natur­schutz­ver­bände BUND, NABU und LNU kriti­sieren scharf die beab­sich­tigte Über­nahme der Planungs­kosten für die L 663n durch die Stadt Dort­mund. 
Sie wenden sich weiterhin entschieden gegen den Weiterbau der Landes­straße L 663n (OW IIIa) nörd­lich der Orts­teile Asseln und Wickede, da hier­durch der größte zusam­men­hän­gende Frei­raum im Dort­munder Osten mit dem geringsten Verkehrs­lärm in ganz Dort­mund zerschnitten würde. 
An der Stadt­grenze würde die Trasse ein Feucht­ge­biet am Rande des Natur­schutz­ge­biet Wickeder Ostholz zerstören, das mit dem neuen Land­schafts­plan um den Plecken­brinksee erwei­tert wird. Ebenso würde die Trasse das neue Natur­schutz­ge­biet „Wickeder Holz“ tangieren und einen wich­tigen Naherho­lungs­raum für die Bewohner des Wohn­ge­bietes Hohen­buschei und der Orts­teile Asseln und Wickede zerschneiden.
Auch verkehr­lich ist der Nutzen dieser Straße äußerst frag­lich. Der Neubau hätte kaum Entlas­tungen auf dem Hellweg zur Folge, auf dem der Verkehr eher rück­läufig ist. Auf der neuen vier­spu­rigen Straße sind bis zu 23.000 Fahr­zeuge pro Tag prognos­tiert. Auf dem Hellweg würden über 12.000 Fahr­zeuge (bei jetzt 15.000 Fahr­zeugen) verbleiben. Uner­wünschter Neben­ef­fekt: Die Straße würde zusätz­li­chen Verkehr auf den Borsig­platz lenken, wo erst kürz­lich eine Umwelt­spur einge­richtet wurde. Ein fatales Signal in Zeiten der Klima­krise.
Die Planung feiert im Übrigen ein trau­riges Jubi­läum. Vor 100 Jahren hatte der Sied­lungs­ver­band Ruhr­koh­len­be­zirk (heute Regio­nal­ver­band Ruhr­ge­biet) die ersten Über­le­gungen für ein gitter­ar­tiges Netz von Schnell­straßen im Ruhr­ge­biet. Die meisten Straßen davon sind gebaut. Die OWIIa ist ein letztes Relikt aus der Zeit der Indus­tria­li­sie­rung und passt nicht mehr in die heutige Zeit. 
Die Natur­schutz­ver­bände fordern, die Planung endlich aufzu­geben und das Geld für den Klima­schutz und die Förde­rung des Radver­kehrs und des ÖPNV einzu­setzen.
Thomas Quittek (Bund für Umwelt und Natur­schutz Deutsch­land – Kreis­gruppe Dort­mund)
Dr. Kristof Hennies (Natur­schutz­bund Deutsch­land – Stadt­ver­band Dort­mund)
Dr. Hans-Dieter Otter­bein (Arbeits­ge­mein­schaft Amphi­bien- und Repti­li­en­schutz, Landes­ge­mein­schaft Natur­schutz und Umwelt)

Für Rück­fragen: Thomas Quittek (Tel. 0175–7738132)

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