Stadtbahnentwicklungskonzept: Nicht endlos prüfen – handeln!

Pressemitteilung: VCD und Klimabündnis fordern zügige Umsetzung von drei Stadtbahnstrecken in Dortmund

Viele Ideen – aber was ist umsetzbar? (Bild: Stadt Dortmund Kartenauszug aus dem Stadtbahnentwicklungskonzept)

Die Stadt Dortmund hat ein Stadtbahnentwicklungskonzept (StEK) in Auftrag gegeben; der Rat soll es nun beschließen. VCD und Klimabündnis Dortmund begrüßen, dass die Stadt den Willen zeigt, dass es im ÖPBV wieder vorangeht – nach fast zwei Jahrzehnten Stillstand beim Ausbau des schienengebundenen Nahverkehrs in Dortmund. Weniger erfreut sind VCD und Klimabündnis darüber, was hinter der nun veröffentlichten ersten Stufe des StEK steht: Erst einmal soll wieder nur untersucht werden. Aus fast 50 verschiedenen möglichen Projekten wurden 13 ausgesucht, von denen wieder einzelne ausgesucht werden sollen, um dann vielleicht endlich zu planen zu können. Eine mögliche Umsetzzung kommt dann irgendwann. Das kann, das muss schneller gehen.

VCD und Klimabündnis schlagen vor, sofort mit intensiveren Planungen für drei Strecken zu beginnen.

1. Verlängerung der U44 über die Westfalenhütte nach Kirchderne

    Die Verlängerung der U44 zur Westfalenhütte war nicht Bestandteil des StEK, weil sie schon beschlossen wurde. Konkret geplant und umgesetzt ist aber nichts, während die Stadt zeitgleich mit dem Bau der Nordspange Fakten beim Straßenverkehr schafft, sogar ohne Zuschüsse des Landes. Hier müssen schnellstens Ausbauplanungen erfolgen und der Bau in den nächsten 3 Jahren begonnen werden. Die Verlängerung nach Kirchderne sollte sich unmittelbar anschließen.

    2. Anbindung Kirchlinde über Marten
    Die Anbindung von Kirchlinde über Marten erschließt Wohngebiete und Arbeitsplätze und könnte optional bis zur Großsiedlung Siepmannstraße verlängert werden. Die alternative Variante über Huckarde würde den Haupttunnel der Stadtbahn weiter belasten.

    3. Verlängerung der U49 nach Wellinghofen
    Zunächst bis zur Zillestraße mit optionaler Fortsetzung nach Wellinghofen.

    Was mögliche weitere Verlängerungsoptionen betrifft, wäre eine Stufe 2 des StEK sinnvoll. Hier sollten beachtet werden:

    1. Erschließung Phoenix-West über die Stadtbahn
      Die Gutachter haben nur eine teure, unrealistische Variante für die U49 untersucht und favorisieren die H-Bahn. Die H-Bahn ist aus mehreren Gründen (u. a. siedlungsferne Linienführung, fehlende Kapazität) ungeeignet für die Erschließung eines Gebietes mit 5.000 Arbeitsplätzen. Es ist daher umgehend eine Variante der Ausfädelung nach der Haltestelle „Rombergpark“ mit Unterquerung der östlichen Fahrbahn der B54 und oberirdischer Weiterführung östlich des Grünkeils, notfalls über die verlegte Nortkirchenstraße zu prüfen. Nennenswerte Umsteiger auf den ÖPNV sind nur mit einem leistungsfähigen System zu gewinnen, nicht mit der H-Bahn
    1. Verlängerung der U41 nach Benninghofen
      Hier mit einer von den Gutachtern nicht geprüften Variante über die Benninghofer Straße bis Overgünne (Vorteil: Erschließung des Ortszentrums mit Geschäften, Praxen etc.).
    1. Verlängerung der U47, zunächst bis Aplerbeck Bahnhof.

    Unabhängig von den genannten Erweiterungen ist aus der Sicht der Fahrplanstabilisierung und Fahrplanoptimierung der zweigleisige Ausbau der bislang eingleisigen Abschnitte (Ausnahme: sehr kurze eingleisige Abschnitte) sinnvoll und sollte im Detail geplant werden. Alle Maßnahmen, die sich laut Gutachten in den Kostenklassen IV und V befinden, sollten hingegen nicht weiterverfolgt werden.

    Hintergrund:

    Der Rat der Stadt hat sowohl beschlossen, dass Dortmund bis 2035 klimaneutral sein soll, als auch im Masterplan Mobilität festgelegt, dass künftig zwei Drittel der Wege mit dem Umweltverbund (ÖPNV, Rad, zu Fuß) erfolgen sollen. Der Mobilitätsbereich ist bislang weit von seinen Zielen entfernt. Notwendig ist ein massiver ÖPNV-Ausbau.

    Während in Dortmund seit 2008 keine einzige Streckenerweiterung umgesetzt wurde, haben die Nachbarstädte Bochum und Essen Nägel mit Köpfen gemacht und haben neue Strecken gebaut. Dortmund muss endlich ins Handeln kommen und darf nicht wieder wertvolle Zeit vergeuden oder falsche Weichenstellungen vornehmen, die viel Geld kosten, aber wenig Fahrgastnutzen haben.

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