Teddys demonstrieren für Pop-up-Radfahrstreifen

Foto: Tobias Hermes­meyer

Der Verkehrs­aus­schuss hat im Mai die sofor­tige Einrich­tung von Pop-up-Radfahr­streifen abge­lehnt. Zuvor hatte ein Bündnis aus 12 Orga­ni­sa­tionen in einem Offenen Brief vorge­schlagen, probe­weise einige solcher Streifen an beson­ders güns­tigen Stellen anzu­legen. Mit der Ableh­nung ist klar: Dort­mund bekommt vorerst keinen einzigen Pop-up-Streifen.

„Wir sind enttäuscht von der Entschei­dung“, sagt Mara Kammer­meier von Aufbruch Fahrrad Dort­mund, denn andere Städte seien da schon weiter. So habe Stutt­gart bereits den ersten Streifen ange­legt, Nürn­berg werde folgen und München werde schon am Montag damit beginnen, gleich fünf solcher Streifen zu instal­lieren. „5:0 für die Bayern – das ist natür­lich bitter für alle Dortmunder*innen“, sagt Kammer­meier.

„Wir machen den Ehren­treffer für Dort­mund“, sagt Adrian Pietsch von Aufbruch Fahrrad. Am Montag werde   um 17 Uhr auf der Grünen Straße zwischen Kurfürsten- und Schüt­zen­straße ein Pop-up-Radfahr­streifen einge­richtet. „Diesmal wird der Streifen nicht nur durch Leit­kegel von der Fahr­bahn getrennt, sondern auch durch Stoff­tiere vor den Autos geschützt“, erklärt Pietsch. „Einige der Teddys wollen sogar mit demons­trieren und haben ihre Forde­rungen für besseren Radver­kehr in Dort­mund auf kleine Papp­schilder und Plakate geschrieben.“

Der Ort für die ange­mel­dete Demons­tra­tion ist kein Zufall. Im Dezember hat der Rat beschlossen, Dort­mund zur Fahr­rad­stadt zu machen und die Qualität der Radver­kehrs­an­lagen zu verbes­sern. Die nötigen Verän­de­rungen sollen teil­weise „im Rahmen provi­so­ri­scher Maßnahmen erprobt“ werden. Als erster Anwen­dungs­fall wird ausdrück­lich der Stra­ßenzug Treibstraße/Grüne Straße/Steinstraße genannt.

„Der Stra­ßenzug ist der ideale Ort für einen geschützten Radfahr­streifen, der nicht nur mit Farbe, sondern auch baulich von der Fahr­bahn getrennt ist, etwa durch Pfosten oder Blumen­kübel“, meint Peter Fricke von Aufbruch Fahrrad und Velo­Ci­tyRuhr. Solche Lösungen seien sinn­voll, weil sie angst­freies Radfahren auch für Kinder und Unge­übte ermög­li­chen. Und ein Pop-up-Radfahr­streifen sei eine ausge­zeich­nete Möglich­keit, so einen geschützten Radfahr­streifen zu testen, weil man bei Bedarf viel leichter nach­jus­tieren könne. „Was wir hier fordern, ist gar nicht weit weg von dem, was die Stadt selbst ange­kün­digt hat“, meint Fricke, „nämlich eine Erpro­bung im Rahmen provi­so­ri­scher Maßnahmen.“ Die Stadt solle nun nicht länger zögern, sondern mutig loslegen. Schließ­lich lägen die Bayern weit in Führung.

Links:
Face­book-Veran­stal­tung zur Demo
Rats­be­schluss Fahr­rad­stadt Dort­mund vom 12. Dezember. Die Erpro­bung durch provi­so­ri­sche Maßnahmen auf der Grünen Straße wird auf Seite 4 genannt
300 Radfah­rende testen neuar­tigen Radfahr­streifen auf dem Heiligen Weg

Foto: Sebas­tian Peter

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