Umweltorganisationen kritisieren Bebauungsplan in Dortmund-Eving

Die Planungsgruppe der Umweltorganisationen warnt vor der geplanten Bebauung östlich der Straße „Am Katzenbuckel“ in Dortmund-Eving. Während sie das Begegnungszentrum der Alevitischen Gemeinde westlich der Straße grundsätzlich begrüßt, ist die Bebauung im östlichen Teil des Bebauungsplans Ev 152 ein massiver Eingriff in einen ökologisch wertvollen Naturraum. Im Kern geht es wieder einmal um die Frage, welche Flächen die Stadt für neuen Wohnraum nutzen darf. Die Planungsgruppe sagt: Wohnungsbau ja, aber nicht auf Kosten von Klima, Artenvielfalt und Freiraum, wenn es ausreichend geeignete Flächen gibt.

Bald wieder ein Stück weniger Freiraum? (Bildquelle: HGSchwinn)

Eingriff in den Naturraum
Östlich von „Am Katzenbuckel“ soll nach den Planungen ein Wohnquartier mit rund 30 bis 40 Wohneinheiten sowie etwa zehn Einfamilienhäusern entstehen. Aus Sicht der Umweltorganisationen betrifft das jedoch keine beliebige Fläche, sondern einen Bereich mit hochwertigen Böden, wertvoller Vegetation und hoher Bedeutung für das lokale Stadtklima.

In der Klimaanalysekarte ist das Gebiet als „lokal bedeutsamer Ausgleichsraum Park“ eingestuft. Solche Flächen wirken als bioklimatische Puffer, kühlen die Umgebung und sind gerade in dicht bebauten Stadtteilen wichtig. Zusätzlich ist der Bereich im Lärmaktionsplan 2024 als „ruhiges Gebiet“ ausgewiesen. Auch für die Tierwelt hätte die Bebauung Folgen. Fledermäuse und planungsrelevante Vogelarten wie Star und Mäusebussard finden dort Brut- und Nahrungshabitate. Nach Ansicht der Verbände würde die Bebauung die Vernetzung der Grünräume im südlichen Eving weiter schwächen.

Ausgleichsmaßnahmen reichen nur bedingt
Positiv wird bewertet, dass inzwischen eine Ersatzfläche für den Waldverlust vorgesehen ist. Die Kompensation in Westerfilde sei jedoch nur ein Teil der Lösung, weil der Verlust an Ort und Stelle nicht ausgeglichen werden könne. Für die Planungsgruppe gilt: Ausgleichsflächen sollten möglichst in räumlicher Nähe zum Eingriffsgebiet liegen, damit die ökologischen Funktionen erhalten bleiben. Gerade die klima- und biotoprelevanten Leistungen der Flächen am Katzenbuckel ließen sich durch Ersatz an anderer Stelle nur begrenzt ersetzen. Weitere Schutzmaßnahmen für den Artenschutz müssen verbindlich umgesetzt werden. Dazu zählen eine ökologische Baubegleitung, fledermausfreundliche Beleuchtung, Bauzeitenregelungen, Gehölzstrukturen und Nisthilfen für den Star. Auch ausreichende Pufferzonen zum Nordfriedhof sind unverzichtbar.

Wohnungsbau und Stadtentwicklung
Die Umweltorganisationen erkennen durchaus an, dass bezahlbarer Wohnraum in Dortmund gebraucht wird. Aber die vorgesehene Mischung aus Geschosswohnungsbau sowie Reihenhäusern und Einfamilienhäusern sowie eine Quote von nur 25 Prozent für geförderten Wohnraum (statt 30 Prozent wie vom Rat beschlossen) sind aus ihrer Sicht kein ausreichender Beitrag zur Bekämpfung der Wohnungsnot.

Unnötiger Flächenverbrauch im Freiraum ist auch kein Beitrag für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung. Statt weiter in grüne Bereiche vorzudringen, sollte Dortmund stärker auf bereits versiegelte oder untergenutzte Flächen setzen. Eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung verweist für Dortmund auf erhebliche Potenziale für neue Wohnungen durch mehrgeschossige Überbauung großflächiger Parkplätze; der Parkraum bleibt dabei im Erdgeschoss erhalten.

Die ausführliche Stellungnahme findet ihr hier: http://www.klimabuendnis-dortmund.de/wp-content/uploads/2026/04/Stellungnahme-Ev-152-20260417.pdf

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