The Great Green Wall (Doku) (Bundesstart)

Wann?
22/10/2020 — 29/10/2020, 0:00 Uhr

Wo?
sweet sixteen, Kino im depot


 

Vorführungen:

  • Do, 22. Oktober 2020 – So, 25. Oktober 2020 um 18:45 Uhr
  • Di, 27. Oktober 2020 – Mi, 28. Oktober 2020 um 17:00 Uhr
  • Do, 29. Oktober 2020 – Sa, 31. Oktober 2020 um 18:45 Uhr

Achtung: Der Film läuft auch am So 25.10. um 15.00 Uhr!

In seinem faszi­nie­renden Doku­men­tar­film erzählt Jared P. Scott eine rhyth­mi­sche Geschichte von Opti­mismus, Soli­da­rität und Entschlos­sen­heit und offen­bart eine neue afri­ka­ni­sche Genera­tion, die bereit ist, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dem Klima­wandel den Kampf anzu­sagen. Der Film entstand mit Unter­stüt­zung der Vereinten Nationen.

FILMKRITIK:
Im Jahr 2007 beschlossen die afri­ka­ni­schen Staaten die Entwick­lung der Great Green Wall. Dabei handelt es sich um einen 8.000 Kilo­meter langen Grün­gürtel, der aus Bäumen besteht, die der Dürre trotzen können. Diese Mauer soll nicht nur als Boll­werk gegen die sich ausbrei­tende Wüste dienen, sondern den Menschen neue Möglich­keiten eröffnen. Denn in der Sahel-Zone, in der der Klima­wandel am stärksten zuschlägt und bereits zwei Drittel der Länder ausge­dörrt sind, ist dies die letzte Chance. Ohne diese Mauer können die Menschen nicht über­leben und sind gezwungen, die Heimat zu verlassen.

„The Great Green Wall“ befasst sich entspre­chend nicht nur mit dem Klima­wandel, sondern zeigt auch eine neue, junge Genera­tion von Afri­ka­nern, die das Problem angeht und auf jeden Fall vermeiden möchte, ihre Heimat in Rich­tung Europa verlassen zu müssen – etwas, das der Traum vieler ihrer Vorgänger war. Die Sängerin Inna Modja, die selbst aus Mali stammt, ist entlang dieser noch lücken­haften grünen Mauer gereist und hat mit Menschen im Senegal, in Mali, Nigeria und Äthio­pien gespro­chen. Es geht dabei um ihre Ängste, Träume und Hoff­nungen, und das alles in einer Sprache, die für die afri­ka­ni­sche Kultur schon immer bestim­mend war: Musik. Modja singt in diesem Film, sie hat an einem Album gear­beitet, dessen Erlöse in die Entwick­lung der Great Green Wall fließen, und sie trifft auf andere Musiker.

Ihre Reise lässt sie auf sehr unter­schied­liche Menschen treffen. Auf einen Mann, der im Senegal beim Pflanzen der ersten Bäume im Jahr 2008 dabei war und sie wie seine Kinder sieht, auf Kinder, die verschleppt wurden, sich nun jedoch für dieses Projekt einsetzen, auf Musiker, die den Traum weiter­tragen, nicht wegzu­gehen, sondern in der Heimat etwas zu verän­dern. Es sind unter­schied­liche Perspek­tiven, Menschen, Ansichten, Hinter­gründe, aber sie alle vereint die Hoff­nung auf ein besseres Leben, auch wenn die Mühen, sich dem Klima­wandel entge­gen­zu­stellen, alles andere als leicht sein werden.

Rück­schläge muss man hinnehmen, auch und gerade auf die Great Green Wall, die mehrere Länder durch­zieht und auch zwölf Jahre nach dem Beginn des Pflan­zens von Bäumen nur lücken­haft vorhanden ist. In manchen Ländern kommt man besser, in anderen schlechter voran, was auch an den Umständen liegt, sind manche Länder doch Kriegs­ge­biete.

„The Great Green Wall“, der von den Vereinten Nationen unter­stützt wurde, ist ein sehens­werter, eindring­li­cher Film, der von einem unbe­dingten Opti­mismus getragen wird. Der Film ist Ausdruck dafür, was Thomas Sankara mit dem voran­ge­stellten Zitat zum Ausdruck bringen wollte: „Wir müssen es wagen, die Zukunft zu erfinden.“

Peter Osterie (Programmkino.de)

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